"Geld in Fluß bringen" - einige Gedanken zum Initiativkonto für Selbstbestimmtes Handeln durch Gegenseitigkeit

Seelisch: Werde ich als Mensch zu Handlungen von außen gedrängt, befällt eine leichte Lähmung mein Willensleben - mögen diese Handlungen ethisch und moralisch auch noch so wertvoll sein. Sehe ich in einem Menschen freie Initiative entstehen, vermag diese wie im Funkenflug auf mich überspringen und Unterstützung zu erwecken.
Physikalisch: ist diese Problem als Druck bzw. Sog zu beschreiben. Druck wird durch gewordenes, Abgelagertes ausgeübt, Sog durch Noch-nicht-Vorhandenes, Zukünftiges.
Finanziell: Das Charisma, die Schönheit der freien Tat zieht das Geld, dessen sie zur Verwirklichung bedarf, von den großen Haufen, wo es unnütz lagert, an. Konventionelles Kultursponsoring hingegen ist an Bedingungen geknüpft und fördert in der Regel Gewordenes, das also der Förderung gar nicht mehr bedarf, aber Gewinn verspricht, d.h. die großen Haufen Geldes noch wachsen macht.
Organisch: Das INITIATIVKONTO will die genannte Sogwirkung hervorrufen und verstärken. Es hat sich dazu etwa in folgender Weise organisiert:
Jedes Mitglied bezahlt (mindestens) DM 1.- pro Tag (30.-DM im Monat)auf ein Gemeinschaftskonto.
Zum vierteljährigen Stichtag kann es nun die verschiedensten Initiativen zur Förderung einreichen. Ein Treuhänder macht sie an alle Mitglieder bekannt.
Die Mitglieder verteilen ihre Anteile (Gesamtsumme./.Zahl der Mitglieder) in freier Einschätzung auf die verschiedenen Initiativen. Bei allen findet Wahrnehmung und Urteilsbildung statt. Geld gerät in Fluß.



- Das Initiativkonto
für selbstbestimmtes Handeln durch Gegenseitigkeit
ist ein künstlerisch-sozialer Versuch zur Förderung sozialer Verantwortung und individueller Initiative. Die z. Zt. etwa 30 Mitglieder haben sich zur überregionalen Initiativkonto-Gemeinschaft zusammen gefunden, die ein gemeinsames Konto bei der GLS-Bank führt. Vierteljährlich (z.Zt. jeweils zum 1. Okt, 1. Jan. und 1. April eines jeden Jahres) bietet ein Stichtag die Möglichkeit, Projekte vorzustellen und wahrzunehmen; es können gegenseitige Anregungen entstehen und Anknüpfungspunkte für eine Zusammenarbeit. Jedes Mitglied verfügt über den gleichen Anteil am Gesamt-Kontostand. über die eingebrachten Initiativen werden also keine Mehrheitsentscheidungen getroffen, sondern jedes Mitglied entscheidet (im Laufe eines Monats) über die Verwendung des eigenen Anteils: Der Förderbetrag für die einzelne Initiative ergibt sich jeweils daraus, wieviel Geld ihr aus den Anteilen zugewiesen wird. Nicht vergebene Anteile fallen dem Konto und damit dem nächsten Stichtag zu.

Für die Mitglieder heißt diese Vorgehensweise, daß die in heutigen Parlamenten übliche übergehung von Minderheiten durch oftmals fragwürdige Mehrheitsentscheidungen wegfällt. Auch ist durch die stets gleichen anteiligen Verfügungsrechte jeder Vetternwirtschaft der Boden entzogen. Nur die Rechtsrahmen-Bedingungen werden mit demokratischer Mehrheit ermittelt. Auch ist die von der Gemeinschaft beauftragte Treuhandschaft jederzeit abrufbar. Alle das Initiativkonto betreffenden Informationen stehen allen Mitgliedern in gleicherweise transparent zur Verfügung. Grundsätzlich ist die Gemeinschaft für jeden Menschen offen. Daß es nur 30,- DM monatl. Mindestbeitrag sind, kann als bewußter Akt der Offenheit und als Motivation gesehen werden, die Gemeinschaft beweglich zu erhalten, denn weniger heißt hier mehr, wobei es jedem Mitglied selbst überlassen bleibt, seine eigene Möglichkeit und Beteiligungsbereitschaft darüberhinausgehend einzuschätzen. Damit ist die Funktion des Initiativkontos skizziert. Es handelt sich selbstverständlich nur um einen Versuch, einen lebendigen, selbstverwalteten und freiheitlichen Initiativ-Zusammenhang zu bilden, um die Würde des individuellen Menschen zur Geltung zu bringen. Soll nicht Geldmacht, sondern das individuelle Fähigkeiten-Kapital zur Wirksamkeit kommen, dann gilt es Organe zu schaffen zur Wahrnehmung individueller Initiative, um die Geldströme der Gesellschaft ihrer zerstörerischen Eigendynamik zu entkleiden und ihnen eine menschliche Qualität zu verleihen.

Kontaktadresse:
Thomas Brunner
votiv@web.de
Kontonummer: 14281 800 BLZ 43060967, GLS Bochum
www.initiativkonto.net, Initiativkonto

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