Presse





Ausstellung vom 3.10.2005 - 22.1.2006
Bilder von Dorothee Scheck-Köhler
Finissage: Sonntag 22.1.2006, 11 Uhr
Bewegungsperformance mit Lyrik und Neuer Musik, Diana-Maria Sagvosdkina

Eintrag ins Gästebuch:
Rilke und Celan - wie von mir ausgewählt. Und die Eurythmie? So könnte sie weiterkommen.
Danke, Henning (Köhler)



Swami Balendu ji hat in das Gästebuch des Studio geschrieben:
Love
Diana + Dear + Dance
Beautyful Lovely Soul
Dance Retlect the level of Consiceness
Wishing you and Studio lots of loving enegy and prosperty
Enjoyed very much 6 days with you.
Thanks for nice hospatality
with lots of love
Swami Ji
7.12.05



"...gen Unverklungen...II" Hommage à Paul Celan mit Neuer Musik von Erhard Karkoschka u.a.


Samstag 13.8.2005
Eintrag im Gästebuch vom Komponisten selbst:
"Ein wunderbarer Abend mit Celan, seine Stimme und viel Neuer Musik und vor allem mit der Bewegungskünstlerin - für mich ein glückliches Erlebnis, das wieder einmal die so seltenen positiven Eindrücke unserer Gegenwart brachte, endlich!
Erhard Karkoschka

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Ausstellungseröffnung
Owinger Ortsnachrichten 19.4.2002, Rückblick

Am vergangenen Sonntag wurde in unserer Rathausgalerie die Ausstellung "Bilder" von Irene Holdegel-Keimyer mit einer außergewöhnlichen und sehenswerten Rahmenprogramm eröffnet. Frau Diana-Maria Sagvosdkina und Herr Gerd Vespermann vom Studio für BewegungsChiffren, Stuttgart präsentierten eine Bewegungsperformance mit Lyrik und Musik. Es war eine Aufführung die "unter die Haut" ging.

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Celan Pur in Göttingen  

"...gen Unverklungen..." Hommage à Paul Celan mit Neuer Musik von Erhard Karkoschka, Shigeru Kan-no, Jean Kleeb,Heinz Hollinger, Carl Bergstrøm-Nielsen Bewegungsperformance Diana-Maria Sagvosdkina, Sprecher: Günther Arnulf Musik: Shigeru Kan-no 12.Januar 2002, 20 Uhr Freie Waldorfschule Göttingen:

Celan Pur in Göttingen

Wer am 12.1.02 den Saal der Freien Waldorfschule Göttingen betrat,sah zunächst im Bühnenhintergrund das ausdrucksvoll-nachdenkliche Gesicht Paul Celans auf einer großen Leinwand. Wer war dieser Mann? Was hatte er in seiner Dichtung mitzuteilen? War nicht eine ausschließliche Hommage a Paul Celan eine überforderung des Publikums?

Der Abend selbst gab eine überraschende Antwort. Nach einer kurzen Einführung in das Leben Celans und den Quellort seiner Dichtung entfaltete sich, durch die sich steigernde Interaktion zwischen der Eurythmistin D. M. Sagvoschtkina und dem Schauspieler und Sprecher Günther Arnulf ein Geschehen, das die Wort-Chiffren Celans immer mehr enthüllen und erlebbar machen konnte. Gleichzeitig waren die Radierungen von Gisele Celan-Lestrange, die sie zu den Gedichten Celans gemalt hatte, im Hintergrund zu sehen.Sie verstärkten den Gesamteindruck, den Sprache und Bewegung hinterließen.

Zu den Höhepunkten des Abends gehörte die "Engführung", daß große Schlußgedicht des Bandes "Sprachgitter", daß die Thematik des Klageliedes "Tenebrae" fortsetzt,aber auch die eigens zu Tenebrae komponierte Musik von Jean Kleeb, die Celan-Phantasie von Erhard Karkoschka, wie auch die ausgezeichneten eigenen Kompositionen des Pianisten und Komponisten Shigeru Kan-no. Die Bewegungschiffren der Diana Maria Sagvostkina, ganz aus den Quellen der Eurythmie geschöpft, aber über die klassische Form weit hinausgreifend, hielten,wie die Wort-Chiffren Celans,auf etwas Offenes zu, auf Herzland vielleicht, auf ein ansprechbares Du.Meines zumindest haben sie erreicht.

Auftakt 1/2002

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Bewegungsperformance

(mit Neuer Musik und Gedichte und Briefe von Paul Celan und Nelly Sachs)

"...wie leicht wird Erde sein...“  

Am 14. Mai 2000 herrschte im Saal der Freien Waldorfschule Göttingen eine betroffene Stille. Hervorgerufen wurde sie durch eine Eurythmieperformance des Studio für BewegungsChiffren aus Stuttgart.

 Durch das Zusammenwirken von Eurythmie (Diana-Maria Sagvosdkina), Musik (Winfried Zimmermann), und Sprache (Günther Arnulf) wurde ein Raum geschaffen, der die Zuschauer in sich aufnahm und sie an Dichtung und Leben von Paul Celan und Nelly Sachs teilnehmen ließ .Im 1. Teil, der Paul Celan gewidmet war, erklang nach dem eurythmisierten „Psalm“ die Originalstimme von Paul Celan in einer Tonbandaufnahme, leise, eindringlich, fast monoton, welche die Zuschauer in ihren Bann zog. Dass die Fuge in g-moll von J.S.Bach der Todesfuge folgte, war ein Kunstgriff in der konsequenten Abfolge des Programmes.

 Eine weitere Besonderheit waren die Violinenimprovisationen, originell und einmalig gespielt von Winfried Zimmermann. Die vollständige Aufmerksamkeit und der Mut von Diana-Maria Sagvosdkina, die das Gehörte unmittelbar in Bewegung umsetzte, das einfühlsame Miteinander von Musik und Eurythmie, nur jetzt und so in einer Improvisation möglich, unwiederholbar, füllte den Raum mit einer Substanz, die den Abstand zwischen Bühne und Zuschauerraum überwand. Hierzu gehörte auch der Einsatz eines großen Seidentuches, von Sprecher und Eurythmistin bewegt, dass im 1 Teil bei dem Celan Text „Als uns das Weiße anfiel...“ wie in einem großem Atemzug sich hob und senkte, ein und auswickelte, verdichtete und löste, dem Atem der Sprache folgend, ohne ihn bloß zu imitieren. 

Der 2. Teil, bestehend aus dem Briefwechsel von Paul Celan und Nelly Sachs, ließ die Zuschauer teilnehmen an den Gedanken, Ängsten, Hoffnungen und tiefen Fragen dieser beiden ungewöhnlichen Menschen.

Im 3. Teil, der sich Nelly Sachs zuwandte, wurde konsequent weiter versucht ,Sprache, Musik und Bewegung sich durchdringen zu lassen, wodurch etwas Neues in Erscheinung treten konnte, das in Göttingen auf dankbare Anerkennung stieß. 

Diesen Versuch, die ausgetretenen Pfade der traditionellen Eurythmie zu verlassen, Neues zu wagen, ohne die Eurythmie dabei aufzugeben, kann ich nur weiterhin viel Erfolg wünschen.

Auftakt 2000

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Die Enthüllung der Agenda


Auf der internationalen Umweltschutzkonferenz in Rio de Janeiro hatten sich die Teilnehmerstaaten verpflichtet, die Ideen und Absichten der Konferenz von ihren Höhen herabzuholen und sie auf regionaler Ebene auf die Tagesordnung zu setzen. Eine lokale Agenda sollte jeweils das Thema an die Öffentlichkeit tragen.

Und das geschah in Stuttgart auch im Rahmen des Maimarktes zum 900-jährigen Jubiläum von Degerloch. Am 6.Mai 2000 fand eine sogenannte Bewegungsperformance auf der Epplestraße statt. Die Künstler Gabriella Burkhardt (Malerin), Carsten Netz (Tenorsax), Richard Koch (Trompete), Diana-Maria Sagvosdkina (Studio für BewegungsChiffren), Seraphina Burkhard und Christine Mussler griffen das Thema in einer Improvisation durch Bewegung mit bemalten Tüchern und Musik auf. Damit veranschaulichten sie das Grundanliegen der Lokalen Agenda: die anfängliche Vereinzelung der Beteiligten über ihre Interaktion bis zum endlichen Zusammenklang der Personen und Initiativen.


Zu Beginn wurden drei weitere Personen mumienartig in Tücher eingewickelt, ein Kreis von Samen wurde ausgestreut, und als die Musik den Impuls zur Befreiung gab, wanden sich die gefesselten Gestalten aus ihrem Kokon heraus. Die freigelegten Tücher bildeten dann die Grundlage für den Kontakt zwischen den Beteiligten: Damit konnten diese die Musik aufgreifen und umsetzen, die Musiker nahmen umgekehrt die Dynamik der Bewegung auf und machten sie hörbar. Bleibt nur zu wünschen, dass die Ziele der Lokalen Agenda 2000 ebenso die Menschen ergreifen und zur Umsetzung gelangen.


Trigonal Juli 2000

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Der Hase im Pfeffer



In die Kälte auf dem Asmus-Bremer-Platz brachten gestern die Künstler Thomas Brunner und Joachim Heinz Bewegung: Ein Mann fährt ein Spielzeug-Auto um einen Kreidekreis herum. "Uaaah, uaaah", schreit er. Leute bleiben stehen, lachen. Eine rätselhafte Performance, die zum Nachdenken anregen soll. "Wo liegt der Hase im Pfeffer" ist sie betitelt. Und so heißt auch die Veranstaltung am Freitag und Sonnabend ü ber Ursachen und Wirkung aus der sozialen Krise, getragen vom Initiativraum für Kunst und Sozialgestaltung Kiel-Russee. Thema: Arbeit und Arbeitslosigkeit. Gestern auf dem Asmus-Bremer-Platz stand zu Füßen einer eingewickelten Puppe "eine Rose für die individuelle Initiative", an ihrem Kopf "eine Flamme für warmes und lichtes Denken". Um sie herum rennt der Mann, fällt, spielt mit dem Auto- dem Selbst. Er sucht, jubelt schließlich: Er ist der Mann, der bis zur Erschöpfung arbeitet, für Leute, die ihr Geld arbeiten lassen. Der Mann, der Arbeit sucht und jubelt, wenn er für andere arbeiten kann.

Kieler Nachrichten 13.3.1996

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Arbeiten am Unternehmen Erde

Aktionskunst - Thomas Brunner auf den Spuren von Beuys

Joseph Beuys lebt doch - jedenfalls in den Köpfen. Gelegentlich schimmert sein Geist in Aktionen anderer Künstler durch. Am Sonnanbend wurde der Asmus-Bremer-Platz zur Bühne inmitten des Einkaufstrubels. Hier steht ein großer Würfel, transparent, Kantenlänge etwa zwei Meter. Die Bodenfläche ist ausgelegt mit schwarzer Gummimatte. Um den Würfel stehen vier Hocker, jeder von Ihnen weist in eine andere Himmelsrichtung. Ein Trompetensignal erklingt. Feierlich setzen sich vier Menschen in Bewegung wie bei einer Prozession, umrunden den Platz. Jeder trägt einen Gegenstand: ein Apfel, ein Bergkristall, eine Klangschale, ein Wecker. Die teile sind symbolisch zu verstehen. Der Apfel steht für Frucht, Wärne, Reifung. Der Bergkristall bedeutet Kälte, Klarheit und Struktur, die Schale symbolisiert Naturklang und Innerlichkeit, während der Wecker für angewandte Naturwissenschaften und Technologie steht. Nur wenige Passanten bleiben stehen, schauen amüsiert. Von einer Leiter werden Worte in allen Sprachen der Weltverlesen und auf dem tafelartigen Boden steht inzwischen geschrieben:
"Es gibt nur ein Unterrnehmen, an dem sind alle beteiligt (auch wenn sie es nicht merken)"
Die Erde gehört allen, erläutert Thomas Brunner, Initiator der Aktion, der sich seit Jahrzehnten mit Goethe, Rudolf Steiner, Rudi Dutschke, Ulrike Meinhoff und Beuys beschäftigt. Und er unterhält beste kontakte zu Johannes Stüttgen, dem einst engen Mitarbeiter von Beuys, der ja stets für die Durchdringung von Kunst und Gesellschaftsfragen eingetreten war. Die Aktion von Brunner und seinen Mitstreitern knüpft an an den von der UNO festgelegten "Tag der Erde". Der Würfel steht als Denkraum auf der Straße. "Erde ist nicht vermehrbar und daher kein Wirtschaftsgut, sondern ein Rechtsgut", schon gar nicht, so Brunner, dürfe sie irgendjemands Privateigentum sein. Jeder Einzelne müsse dabei in seiner Verantwortlichkeit gestärkt werden, damit nicht immer hilflos das geduldet wird, was andere bestimmen, tun oder lassen. Und das - und hier schließt sich der Kreis - war auch einer der Grundgedanken der "Direkten Demokratie des Joseph beuys.

Jens Rönnau
Kieler Nachrichten Montag 27. April 1998

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Bologna August 2001

Dicht drängen sich die Menschen an dem mediterranen Sommerabend auf der Piazza Maggiore. Keine Frage, die Piazza mitten in der historischen Altstadt bietet einen besonderen Rahmen für festliche Konzerte. Die Sitzplätze sind längst belegt ehe das Orchester der Artur Toscaninistiftung seine Plätze auf der Freilichtbühne vor der Sankt Petroniusbasilika einnimmt. Im Rahmen des internationalen Kompositionswettbewerbes "2 agosto" steht diesmal zeitgenössische Musik auf dem Programm, darunter auch ein Werk des im Kreis Altenkirchen lebenden Komponisten Shigeru Kanno. Dass von über fünfzig aus allen Erdteilen eingesandten Beiträgen sein Werk "Semi-Concerto Grosso" mit dem dritten Preis ausgezeichnet werden sollte war eine große Überraschung für den Schüler von Lachenmann und Zender. "Vor zwei Jahren habe ich am die Übertragung des Konzertes via Satelit im Fernsehen verfolgt", erzählt Shigeru Kan-no. Die Kontaktadresse für die Unterlagen des jährlich ausgeschriebenen Wettbewerbes fand sich in Fachzeitschriften. Gewünscht war diesmal ein Werk für Akkordeon und Ochester. "Spieltechnisch ist sein Stück eindeutig das schwierigste", bemerkte Fabrizio Festa, künstlerischer Direktor und treibende Kraft im Organisationskomittee während der Generalprobe am Vortag, "aber das ist kein Problem." Mit Ivano Battistone, der das Fach Akkordeon am Florenzer Konservatorium unterrichtet, und dem Piazzollaschüler Richard Galliano haben sich erstklassige Solisten gefunden. Shigeru Kannos Stück ist als zweiter Programmpunkt an der Reihe, gleich nach einer Komposition von Robert Beaser von der Yale School of Music in New York und Vorsitzender der Wettbewerbsjury. Bei aller Feierlichkeit hat das Konzert vom 2. August einen tragischen Hintergrund. Auf den Tag genau vor einundzwanzig Jahren explodierte eine Bombe auf dem Bahnhof von Bologna und riß 80 Menschen in den Tod, über zweihundert Menschen wurden verletzt. "Ich war fünfzehn oder sechzehn als die Bombe hochging", erinnert sich Träger des zweiten Preises Marco Biscarini, der aus Bologna stammt. "Der Bombenleger wurde gefaßt, aber nicht die Drahtzieher. Unter den Opfern waren viele Touristen. Wußtest du, dass auch zwei Japaner starben?"wendet er sich an seinen Kollegen. Shigeru Kan-no schüttelte seinen Kopf. "Per non dimenticare", Gegen das Vergessen steht auf dem Banner vor dem Kirchenportal und seit sieben Jahren schreibt die Stadt Bologna in Kooperation mit der Vereinigung der Familien der Opfer des Terroranschlages jährlich den Kompositionswettbewerb aus und die nächsten Wettbewerbe sind schon fest eingeplant. Klarinette und Geige werden die Soloinstrumente sein, die in den nächsten beiden Jahren die Kreativität der Komponisten herausfordern sollen. Der strahlende Sieger in diesem Jahr ist der Neapolitaner Pino Iodice. "das Komponieren habe ich mir größtenteils selbst beigebracht", erklärt er. Dass er sich viel mit Jazz und Bigbands beschäftigt schlägt sich in seinem Werk "The Last Station" deutlich nieder. Vittorio Prodi, Gouverneur der Provinz Bologna, überreicht schließlich die Urkunden an die drei Preisträger, und Werke von Fabrizio De Rossi Re und Richard Galliano beschließen den Konzertabend. Nach der Aufführung feiert das Publikum die Preisträger. Glückwünsche werden ausgesprochen, Autogramme wollen verteilt werden. Eine Gruppe Kompositionsstudenten löchert Shigeru Kanno mit Fragen bis das Orchester seine Instrumente eingepackt hat. Kurz vor Mitternacht wenige Schritte vor dem Hotel klopft noch eine Hand auf Shigeru Kannos Schulter. Ach, Sie sind es, Maestro... "Gefällt mir sehr gut, Ihr Stück", erklärt der Dirigent Pietro Borgonovo mit einem herzlichen Lächeln auf dem ganzen Gesicht, "wirklich, ein sehr interessantes Stück!"(ms)



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